Server-Beratung

DSGVO-konforme Cloud für Unternehmen — ohne US-Drittlandtransfer

Vom Cloud-Audit zur DSGVO-konformen Migration

  1. 1

    DSGVO-Risiko-Audit der Bestand-Cloud

    Wir analysieren Ihre aktuelle Cloud-Nutzung: Welche Dienste laufen wo? Welche personenbezogenen Daten sind betroffen? Welche AVVs liegen vor? Auf Basis von Schrems II und CLOUD Act bewerten wir das tatsächliche Risiko — ehrlich, ohne Panikmache.

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    Anforderungs-Analyse

    Branche, Datensensitivität, User-Anzahl, Skalierungs-Bedarf, Budget — wir definieren mit Ihnen das Anforderungsprofil. Welche Funktionen sind unverzichtbar? Wo ist Komfort wichtiger als volle Kontrolle? Was muss nahtlos in bestehende Workflows passen?

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    EU-Cloud / On-Premise / Hybrid-Empfehlung

    Auf Basis von Risiko-Audit + Anforderungen empfehlen wir eine konkrete Architektur: eigenes Synology-NAS, Managed EU-Cloud, oder Hybrid mit klarer Daten-Klassifizierung. Inklusive Rechenbeispiel über 5 Jahre und ehrlicher Aufzählung der Kompromisse.

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    Migration & Schulung

    Wir begleiten die Migration: Daten-Übernahme aus M365/Google, Setup der EU-Komponenten, User-Schulung, Übergabe-Dokumentation. Bei Bedarf laufende Wartung als Service-Paket. Ziel: nach 4–6 Wochen vollständig DSGVO-konform und produktiv.

Drei Wege zur Unternehmens-Cloud — und was DSGVO bedeutet

Microsoft 365 und Google Workspace sind funktional stark, lösen aber das DSGVO-Problem nicht. EU-Cloud-Alternativen oder On-Premise-NAS sind oft die DSGVO-konforme Wahl — je nach Branche und Skalierungs-Bedarf.

US-Cloud (M365, Google) EU-Cloud (Nextcloud, Open-Xchange) Empfohlen On-Premise (NAS)
Datenstandort USA / globale RZs DE / EU Eigener Standort
Anbieter-Sitz USA DE / EU – (eigene Hardware)
Drittland-Transfer Strukturell ja (CLOUD Act)
DSGVO-Konformität Eingeschränkt Vollständig Vollständig
Initial-Kosten Niedrig (Subscription) Niedrig Hoch (Hardware)
Laufende Kosten Mittel (pro User) Mittel (pro User) Niedrig (Strom + Wartung)
Skalierbarkeit Hoch Hoch Begrenzt
Audit-Verfügbarkeit Eingeschränkt Voll (Open Source) Voll (eigene Hardware)

US-Cloud (M365, Google)

Datenstandort
USA / globale RZs
Anbieter-Sitz
USA
Drittland-Transfer
Strukturell ja (CLOUD Act)
DSGVO-Konformität
Eingeschränkt
Initial-Kosten
Niedrig (Subscription)
Laufende Kosten
Mittel (pro User)
Skalierbarkeit
Hoch
Audit-Verfügbarkeit
Eingeschränkt

EU-Cloud (Nextcloud, Open-Xchange) Empfohlen

Datenstandort
DE / EU
Anbieter-Sitz
DE / EU
Drittland-Transfer
✗ Nein
DSGVO-Konformität
Vollständig
Initial-Kosten
Niedrig
Laufende Kosten
Mittel (pro User)
Skalierbarkeit
Hoch
Audit-Verfügbarkeit
Voll (Open Source)

On-Premise (NAS)

Datenstandort
Eigener Standort
Anbieter-Sitz
– (eigene Hardware)
Drittland-Transfer
✗ Nein
DSGVO-Konformität
Vollständig
Initial-Kosten
Hoch (Hardware)
Laufende Kosten
Niedrig (Strom + Wartung)
Skalierbarkeit
Begrenzt
Audit-Verfügbarkeit
Voll (eigene Hardware)

Was bedeutet „DSGVO-konforme Cloud" eigentlich?

Der Begriff „DSGVO-konforme Cloud" wird inflationär verwendet — von Anbietern, die damit alles Mögliche meinen. Deshalb hier eine nüchterne Einordnung für Entscheider, die keine Juristen sind, aber trotzdem verstehen wollen, worum es geht.

Das Grundproblem: Drittlandtransfer

Die DSGVO erlaubt die Übermittlung personenbezogener Daten in Länder außerhalb des EWR nur unter bestimmten Bedingungen. Für die USA galten nacheinander zwei Abkommen — Safe Harbor und Privacy Shield. Beide hat der Europäische Gerichtshof gekippt (Schrems I, 2015; Schrems II, 2020). Der Grund: US-Geheimdienste können nach dem CLOUD Act und FISA 702 auf Daten zugreifen, die US-Unternehmen verarbeiten — auch wenn die Server physisch in Europa stehen.

Der neue Angemessenheitsbeschluss (EU-U.S. Data Privacy Framework)

Seit Juli 2023 gibt es einen neuen Angemessenheitsbeschluss für die USA. Damit ist der Datentransfer an zertifizierte US-Unternehmen grundsätzlich wieder erlaubt. Allerdings: Max Schrems hat bereits angekündigt, auch diesen Beschluss gerichtlich anzufechten. Und selbst wenn er Bestand hat — die zugrundeliegenden US-Gesetze (CLOUD Act, FISA 702) haben sich nicht geändert. Die Zugriffsmöglichkeit besteht weiterhin.

Was das für Ihr Unternehmen bedeutet

Wenn Sie personenbezogene Daten verarbeiten — Kundendaten, Mitarbeiterdaten, Gesundheitsdaten, Finanzdaten — und diese bei einem US-Anbieter liegen, tragen Sie ein Restrisiko. Je sensibler die Daten, desto höher das Risiko. Und je strenger Ihre Branchenaufsicht (Gesundheitswesen, Steuerkanzlei, Sozialwesen), desto eher wird dieses Risiko zum Problem.

Wir raten nicht zu Panik. Wir raten zu einer bewussten Entscheidung: Wollen Sie dieses Risiko tragen, oder wollen Sie es eliminieren?

Der Unterschied: echte EU-Cloud vs. „EU-Region" bei US-Hyperscalern

Microsoft, Google und Amazon bieten alle Rechenzentren in der EU an. Auf dem Papier klingt das gut: Daten in Frankfurt, Amsterdam oder Dublin. Aber die entscheidende Frage ist nicht, wo der Server steht — sondern wer juristisch auf die Daten zugreifen kann.

„EU-Region" bei US-Anbietern

Wenn Sie Microsoft 365 nutzen und als Region „Deutschland" wählen, liegen Ihre Daten physisch in deutschen Rechenzentren. Aber: Microsoft ist ein US-Unternehmen. Nach dem CLOUD Act sind US-Unternehmen verpflichtet, Daten an US-Behörden herauszugeben — unabhängig davon, wo die Daten gespeichert sind. Microsoft kann sich dagegen wehren (und tut das gelegentlich), aber die gesetzliche Grundlage bleibt.

Microsofts EU Data Boundary ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aber es ist eine vertragliche Zusage, kein Gesetz. Und es ändert nichts am CLOUD Act.

Echte EU-Cloud-Anbieter

Anbieter wie Hetzner, IONOS, Open Telekom Cloud oder Nextcloud-Hoster mit Sitz in Deutschland unterliegen ausschließlich europäischem Recht. Kein CLOUD Act, kein FISA 702. Wenn eine US-Behörde Daten will, muss sie den Rechtsweg über deutsche Gerichte gehen. Das ist ein fundamentaler Unterschied.

Eigene Infrastruktur (NAS/Server im Haus)

Die konsequenteste Variante: Ihre Daten liegen auf Hardware, die Ihnen gehört, in Räumen, die Sie kontrollieren. Kein Cloud-Anbieter, kein Drittlandtransfer, keine Abhängigkeit von AGB-Änderungen. Dafür tragen Sie die Verantwortung für Betrieb, Backup und Sicherheit selbst — oder delegieren sie an einen lokalen Dienstleister.

Keine dieser Varianten ist pauschal „die beste". Aber Sie sollten den Unterschied kennen, bevor Sie sich festlegen.

Synology + eigenes NAS als vollwertige Cloud-Alternative

Wenn wir von einer DSGVO-konformen Cloud-Alternative sprechen, meinen wir damit keine halbe Lösung. Moderne NAS-Systeme — insbesondere von Synology — bieten heute einen Funktionsumfang, der für die meisten KMU die wesentlichen Cloud-Dienste ersetzen kann.

Synology Drive — Ihr eigener Datei-Cloud-Speicher

Synology Drive funktioniert wie Dropbox oder OneDrive: Dateien werden zwischen Endgeräten synchronisiert, Sie können Ordner freigeben, Versionierung nutzen und von unterwegs über den Browser zugreifen. Der Unterschied: Die Daten liegen auf Ihrem NAS, nicht bei einem externen Anbieter. Die Clients gibt es für Windows, macOS, Linux, iOS und Android.

Synology Office — Dokumente gemeinsam bearbeiten

Synology Office bietet Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationen direkt im Browser. Mehrere Personen können gleichzeitig an einem Dokument arbeiten. Es ersetzt nicht den vollen Funktionsumfang von Microsoft Word oder Excel, aber für 80 % der typischen Büroarbeit — Angebote schreiben, Tabellen pflegen, Protokolle erstellen — reicht es aus.

Synology Calendar und Contacts

CalDAV- und CardDAV-basierte Kalender- und Kontaktverwaltung, die sich mit allen gängigen Clients synchronisiert (Outlook, Thunderbird, iOS, Android). Keine Google- oder Microsoft-Cloud nötig.

Synology Chat — interne Kommunikation

Eine Slack-ähnliche Messaging-Lösung für Teams. Kanäle, Direktnachrichten, Dateianhänge. Nicht so funktionsreich wie Microsoft Teams, aber für die interne Abstimmung in kleinen Teams völlig ausreichend.

Synology MailPlus (optional)

Ein vollständiger Mailserver auf dem NAS. Für manche Unternehmen sinnvoll, für viele aber zu aufwändig im Betrieb. Wir empfehlen hier oft eine Hybrid-Lösung: E-Mail bei einem deutschen Anbieter (mailbox.org, Hetzner), alles andere auf dem NAS.

Alle diese Dienste laufen auf einer einzigen Hardware-Plattform, werden über eine zentrale Oberfläche verwaltet und sind über VPN oder Synologys Relay-Dienst auch von außen erreichbar.

Was verliere ich gegenüber Microsoft 365 / Google Workspace?

Wir wären schlechte Berater, wenn wir Ihnen nur die Vorteile erzählen würden. Deshalb hier eine ehrliche Aufstellung dessen, was eine Synology-basierte Lösung heute nicht bietet — oder nur eingeschränkt:

Echtzeit-Kollaboration auf Enterprise-Niveau: Synology Office funktioniert für gleichzeitiges Bearbeiten, aber die Erfahrung ist nicht so flüssig wie bei Google Docs oder Microsoft 365. Bei komplexen Tabellen mit vielen Formeln merken Sie den Unterschied.

Vollständige Office-Kompatibilität: Synology Office hat ein eigenes Dateiformat. Import und Export von .docx und .xlsx funktionieren, aber bei aufwändigen Formatierungen gehen Details verloren. Wenn Sie täglich komplexe Excel-Makros oder Word-Vorlagen austauschen, ist das eine echte Einschränkung.

Videokonferenzen: Synology bietet keine eigene Videokonferenz-Lösung. Sie brauchen einen separaten Dienst — Jitsi (selbst gehostet), Whereby oder zur Not Zoom/Teams nur für Calls.

App-Ökosystem und Integrationen: Microsoft 365 bietet Power Automate, Power BI, SharePoint, Planner und dutzende weitere Dienste. Synology hat nichts Vergleichbares. Wenn Ihr Unternehmen tief in dieses Ökosystem integriert ist, ist ein kompletter Umstieg unrealistisch.

Mobile Apps: Die Synology-Apps sind funktional, aber nicht so poliert wie OneDrive oder Google Drive auf dem Smartphone.

KI-Funktionen: Copilot, Gemini und vergleichbare KI-Assistenten gibt es nur bei den großen Anbietern. Synology hat hier (noch) nichts zu bieten.

Unsere Einschätzung: Für Unternehmen, die hauptsächlich Dateien speichern, teilen, gemeinsam an einfachen Dokumenten arbeiten und intern kommunizieren müssen, ist Synology eine vollwertige Alternative. Für Unternehmen, die auf spezifische Microsoft-365-Funktionen angewiesen sind, empfehlen wir eine Hybrid-Strategie statt eines Komplettumstiegs.

Was gewinne ich?

Der Wechsel zu einer eigenen Infrastruktur ist kein Rückschritt — er ist eine bewusste Entscheidung für mehr Kontrolle. Hier ist, was Sie konkret gewinnen:

Datensouveränität ohne Wenn und Aber

Ihre Daten liegen auf Hardware, die Ihnen gehört. Kein US-Anbieter, kein Drittlandtransfer, kein Restrisiko durch CLOUD Act oder wechselnde Angemessenheitsbeschlüsse. Wenn Ihr Datenschutzbeauftragter oder Ihre Branchenaufsicht fragt, wo die Daten liegen, zeigen Sie auf den Serverschrank in Ihrem Büro.

Einmalige Kosten statt Abo-Spirale

Cloud-Abos steigen regelmäßig im Preis — Microsoft hat allein zwischen 2021 und 2024 die Preise für Microsoft 365 Business zweimal erhöht. Bei einer eigenen Infrastruktur zahlen Sie einmal für Hardware und Einrichtung. Danach fallen nur noch Strom, Internet und gelegentliche Wartung an. Nach 3–4 Jahren haben Sie den Break-even in der Regel erreicht.

Unabhängigkeit von Anbieter-Entscheidungen

Wenn Microsoft morgen beschließt, eine Funktion zu streichen, den Preis zu verdoppeln oder die Nutzungsbedingungen zu ändern, haben Sie keine Wahl. Bei eigener Hardware entscheiden Sie selbst, wann Sie updaten, was Sie nutzen und wie lange Sie ein System betreiben.

Keine Nutzerdaten als Geschäftsmodell

Bei Microsoft und Google sind Ihre Nutzungsdaten Teil des Geschäftsmodells — auch im Business-Tarif. Telemetriedaten, Nutzungsstatistiken und Metadaten fließen an den Anbieter. Auf Ihrem eigenen NAS: nicht.

Geschwindigkeit im lokalen Netzwerk

Ein NAS im Gigabit- oder 10-Gigabit-Netzwerk ist bei großen Dateien deutlich schneller als jede Cloud-Lösung. Wenn Sie regelmäßig mit Videodateien, CAD-Zeichnungen oder großen Bildbeständen arbeiten, merken Sie den Unterschied sofort.

Rechenbeispiel: 10 Mitarbeiter über 5 Jahre

Zahlen sagen mehr als Versprechen. Hier ein realistisches Rechenbeispiel für ein Unternehmen mit 10 Mitarbeitenden, das grundlegende Cloud-Funktionen benötigt: Dateispeicher, Synchronisation, gemeinsame Dokumente, Kalender, E-Mail.

Variante A: Microsoft 365 Business Basic

Nicht eingerechnet: mögliche Preiserhöhungen (Microsoft hat 2023 und 2024 erhöht), Kosten für Compliance-Add-ons, SharePoint-Anpassungen oder Schulungen.

Variante B: Eigenes Synology NAS

Ehrliche Einordnung

Bei reiner Kostenbetrachtung ist Microsoft 365 Business Basic für 10 Nutzer über 5 Jahre günstiger oder vergleichbar — vor allem, wenn Sie keinen Wartungsvertrag abschließen. Der finanzielle Vorteil der eigenen Infrastruktur zeigt sich erst bei höheren Tarifen (Business Standard: 12,50 EUR/Nutzer/Monat = 7.500 EUR Lizenzen allein), bei mehr Nutzern oder bei längeren Zeiträumen.

Der eigentliche Gewinn liegt nicht primär im Preis, sondern in der Datensouveränität, der Unabhängigkeit von Preiserhöhungen und der Kontrolle über Ihre Daten. Wenn das für Ihr Unternehmen ein entscheidender Faktor ist, rechnet sich die Investition — auch wenn die reine Summe zunächst ähnlich aussieht.

Alle Preise netto, Stand Anfang 2025. Hardware-Preise schwanken je nach Verfügbarkeit.

Migrations-Ablauf und Risiken

Eine Migration von Microsoft 365 oder Google Workspace auf eine eigene Infrastruktur ist kein Wochenendprojekt. Sie braucht Planung, klare Zuständigkeiten und einen realistischen Zeitrahmen. Hier ist unser typischer Ablauf:

Phase 1: Bestandsaufnahme (1 Woche)

Wir erfassen Ihre aktuelle Situation: Wie viele Nutzer, wie viel Datenvolumen, welche Dienste werden tatsächlich genutzt, welche Abhängigkeiten bestehen? Oft stellt sich heraus, dass nur 3 von 10 verfügbaren Cloud-Diensten wirklich im Einsatz sind.

Phase 2: Konzept und Hardware-Auswahl (1 Woche)

Basierend auf der Bestandsaufnahme erstellen wir ein Migrationskonzept: Was wird ersetzt, was bleibt in der Cloud (Hybrid), welche Hardware wird benötigt? Sie erhalten ein schriftliches Konzept mit Kostenaufstellung.

Phase 3: Hardware-Beschaffung und Einrichtung (1–2 Wochen)

Wir bestellen, konfigurieren und testen die Hardware. RAID-Setup, Netzwerkintegration, VPN-Zugang, Benutzerkonten, Berechtigungsstruktur, Backup-Konzept — alles wird eingerichtet und dokumentiert.

Phase 4: Datenmigration (1–2 Wochen)

Dateien, Kalender, Kontakte werden übertragen. E-Mail-Konten werden beim neuen Anbieter eingerichtet. Wir migrieren schrittweise und betreiben beide Systeme parallel, bis alles funktioniert.

Phase 5: Schulung und Übergabe (2–3 Tage)

Jeder Mitarbeitende bekommt eine Einweisung in die neuen Werkzeuge. Keine PowerPoint-Vorträge, sondern praktisches Arbeiten am eigenen Rechner. Zusätzlich erhalten Sie eine schriftliche Anleitung für die häufigsten Arbeitsschritte.

Typische Risiken — und wie wir sie handhaben

Gesamtdauer: Für ein Unternehmen mit 10 Arbeitsplätzen rechnen Sie mit 4–6 Wochen vom Erstgespräch bis zum abgeschlossenen Umzug.

Europäische Alternativen: Was es gibt und was es kann

Es gibt inzwischen leistungsfähige Alternativen zu Microsoft 365 und Google Workspace, die komplett in Europa betrieben werden.

FunktionMicrosoft 365Google WorkspaceEuropäische Alternativen
E-MailOutlook / ExchangeGmailMailcow, Open-Xchange, Tutanota, Proton Mail
Cloud-SpeicherOneDriveGoogle DriveNextcloud, Synology Drive, Teamdrive
Office-SuiteWord, Excel, PowerPointDocs, Sheets, SlidesCollabora Online, OnlyOffice, LibreOffice
VideokonferenzTeamsGoogle MeetJitsi, BigBlueButton, Nextcloud Talk
Kalender & KontakteOutlook KalenderGoogle CalendarNextcloud, Open-Xchange, SOGo
Chat / MessengerTeamsGoogle ChatElement (Matrix), Rocket.Chat, Mattermost
DatenstandortUSA / EU (CLOUD Act gilt)USA / EU (CLOUD Act gilt)Deutschland / EU (kein CLOUD Act)

Nicht jede Alternative ist für jedes Unternehmen geeignet. Nextcloud ist extrem flexibel, braucht aber Pflege. Tutanota und Proton Mail sind stark im Datenschutz, aber eingeschränkt bei der Integration in bestehende Systeme. Collabora Online und OnlyOffice können Microsoft-Office-Dateien bearbeiten, sind aber nicht identisch mit Word und Excel. Wir helfen Ihnen, die richtige Kombination für Ihre Anforderungen zu finden.

Welches Szenario passt zu Ihrem Unternehmen?

Es gibt nicht den einen richtigen Weg weg von Microsoft oder Google. Die Entscheidung hängt davon ab, wie tief die bestehenden Tools in Ihren Arbeitsalltag integriert sind und wie viel Veränderung Ihr Team mittragen kann.

Szenario 1: Komplett-Migration.
Sie lösen Microsoft 365 oder Google Workspace vollständig ab und ersetzen alle Funktionen durch europäische Alternativen. E-Mail läuft über Mailcow oder Open-Xchange, Dateien liegen auf Nextcloud oder Ihrem eigenen Synology-NAS, Office-Dokumente bearbeiten Sie mit Collabora oder OnlyOffice. Vorteil: maximale Datensouveränität, keine CLOUD-Act-Abhängigkeit. Nachteil: Der Umstellungsaufwand ist am größten, und Ihr Team muss sich an neue Oberflächen gewöhnen. Dieses Szenario passt zu Unternehmen, die bewusst unabhängig von US-Anbietern arbeiten wollen und bereit sind, in die Umstellung zu investieren.

Szenario 2: Hybrid-Lösung.
Sie behalten Microsoft 365 oder Google für die Bereiche, in denen kein Ersatz nötig ist (z. B. Excel für komplexe Kalkulationen), und lagern die sensiblen Daten auf europäische Infrastruktur aus. E-Mails, Kundendaten und Dokumente mit personenbezogenen Inhalten liegen auf Ihrem NAS oder bei einem deutschen Hoster. Für den täglichen Bürobetrieb nutzen Sie weiterhin die gewohnte Oberfläche. Vorteil: geringerer Umstellungsaufwand, pragmatischer Kompromiss. Nachteil: Sie sind nicht vollständig unabhängig und müssen genau dokumentieren, welche Daten wo liegen. Für die meisten KMU ist das der realistischste Weg.

Szenario 3: Managed EU-Cloud.
Sie wechseln zu einem europäischen Cloud-Anbieter, der die Infrastruktur für Sie betreibt — z. B. ein deutsches Rechenzentrum mit Nextcloud, Collabora und Mailcow als Managed Service. Sie haben keinen eigenen Server im Büro, aber Ihre Daten liegen in Deutschland, bei einem Anbieter, der nicht dem CLOUD Act unterliegt. Vorteil: kein Hardware-Aufwand, professionelle Wartung, skalierbar. Nachteil: Sie tauschen einen US-Anbieter gegen einen deutschen, bleiben also von einem externen Dienstleister abhängig. Dieses Szenario passt zu Unternehmen, die keinen eigenen Server betreiben möchten, aber trotzdem Wert auf Datensouveränität legen.

Häufige Fragen zur DSGVO-konformen Cloud

Die wichtigsten Fragen, die uns Geschäftsführer und IT-Verantwortliche vor einer Entscheidung stellen — ehrlich beantwortet.

DSGVO-konforme Cloud — Häufige Fragen

Ist Microsoft 365 nicht DSGVO-konform, seit es den neuen Angemessenheitsbeschluss gibt?

Der Angemessenheitsbeschluss (EU-U.S. Data Privacy Framework) erlaubt den Datentransfer an zertifizierte US-Unternehmen. Microsoft ist zertifiziert. Formal ist die Nutzung damit derzeit zulässig. Aber: Die zugrundeliegenden US-Gesetze (CLOUD Act, FISA 702) haben sich nicht geändert. Der Beschluss kann, wie seine Vorgänger, vom EuGH gekippt werden. Für Unternehmen mit sensiblen Daten oder strenger Branchenaufsicht bleibt ein Restrisiko, das Sie bewusst abwägen sollten.

Brauche ich technisches Wissen, um ein Synology NAS zu betreiben?

Für den täglichen Betrieb nicht. Die Synology-Oberfläche ist so gestaltet, dass auch Anwender ohne IT-Hintergrund Dateien teilen, Kalender nutzen und Dokumente bearbeiten können. Für Administration, Updates und Troubleshooting empfehlen wir entweder einen Wartungsvertrag oder eine gründliche Einweisung des zuständigen Mitarbeitenden.

Was passiert, wenn das NAS ausfällt?

Bei einem richtig eingerichteten NAS mit RAID-System fällt nicht gleich alles aus, wenn eine Festplatte stirbt. Das RAID überbrückt den Ausfall, Sie tauschen die defekte Platte und das System rebuildet automatisch. Für den Fall eines kompletten Hardware-Defekts greifen Ihre Backups — lokal, auf einem zweiten NAS oder verschlüsselt bei einem deutschen Cloud-Anbieter. Ausfallzeit bei guter Planung: wenige Stunden, nicht Tage.

Können wir schrittweise umsteigen, statt alles auf einmal zu ändern?

Ja, und das empfehlen wir sogar in den meisten Fällen. Ein typischer Einstieg ist, den Dateispeicher auf das NAS zu verlagern und E-Mail zunächst bei Microsoft oder einem deutschen Anbieter zu belassen. So reduzieren Sie die Komplexität und können in Ruhe testen, bevor weitere Dienste umziehen.

Wie sicher sind die Daten auf einem NAS im Vergleich zur Cloud?

Sicherheit ist kein Entweder-oder. Ein schlecht konfiguriertes NAS ist unsicherer als Microsoft 365. Ein richtig eingerichtetes NAS — hinter einer Firewall, mit VPN-Zugang, 2FA, regelmäßigen Updates und durchdachtem Backup-Konzept — bietet ein Sicherheitsniveau, das für KMU mehr als ausreichend ist. Der entscheidende Vorteil: Sie wissen genau, wer Zugriff hat, und kein Dritter kann per Gesetz Daten herausgeben.

Was kostet die Erstberatung bei TS-Scherer?

Das Erstgespräch (30–45 Minuten per Telefon oder Video) ist kostenlos und unverbindlich. Darin klären wir gemeinsam, ob eine eigene Infrastruktur für Ihre Situation sinnvoll ist — oder ob Sie mit Ihrer aktuellen Lösung besser beraten sind. Ehrlich.

Ist Microsoft 365 nicht durch den Auftragsverarbeitungsvertrag DSGVO-konform?

Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) regelt, wie der Anbieter mit Ihren Daten umgehen muss. Er macht Microsoft 365 aber nicht zu einem EU-Anbieter. Der CLOUD Act (US-Gesetz von 2018) verpflichtet Microsoft, Daten an US-Behörden herauszugeben — auch wenn die Server in der EU stehen und ein AVV unterschrieben ist. Nach dem Schrems-II-Urteil (EuGH 2020) reicht der AVV allein nicht aus; zusätzliche technische Schutzmaßnahmen (z. B. clientseitige Verschlüsselung) sind nötig. Für Unternehmen mit sensiblen Daten ist ein EU-Anbieter ohne CLOUD-Act-Bindung der einfachere Weg.

Welche EU-Cloud-Anbieter sind für IT-KMU realistisch?

Drei Kategorien: (1) Eigene Infrastruktur: Synology NAS mit Nextcloud, Collabora und Mailcow — volle Kontrolle, einmaliger Hardware-Kauf, Strom + Wartung als laufende Kosten. (2) Deutsche Hoster mit Managed-Service: IONOS, Hetzner, Strato, plusserver, OVHcloud (FR) — Cloud-Komfort mit DE-Datenstandort und ohne CLOUD Act. (3) Spezialisierte SaaS-Anbieter: Open-Xchange, Tutanota, Mailbox.org für E-Mail; Nextcloud-Hoster wie Hetzner Storage Share oder die Telekom MagentaCLOUD. Welche Kombination passt, hängt von User-Anzahl, Datenmenge und Compliance-Anforderungen ab.

Was kostet ein Wechsel von Microsoft 365 auf eine EU-Cloud-Alternative?

Die Bandbreite ist groß: Bei 10 Arbeitsplätzen liegen die einmaligen Migrations-Kosten typischerweise zwischen 3.000 und 8.000 € (Beratung, Datenmigration, Schulung, Setup). Die laufenden Kosten hängen vom gewählten Modell ab — eigene Synology-NAS-Lösung ab ~30 €/Monat (Strom + Wartung) für 10 User, deutsche Cloud-Hoster ab 5–10 €/Monat pro User. Über 5 Jahre rechnet sich die NAS-Lösung meistens deutlich gegenüber Microsoft 365. Im Erstgespräch erstellen wir Ihnen ein konkretes Rechenbeispiel auf Basis Ihrer User-Anzahl und Datenmenge.

Kostenlose Erstberatung — unverbindlich, ohne Verkaufsdruck

Oder direkt anrufen: +49 176 47 36 25 25