NAS steht für Network Attached Storage — ein Gerät, das Dateien im Netzwerk speichert, sodass alle Mitarbeitenden darauf zugreifen können. Aber was bedeutet das konkret für Ihren Betrieb?
Ein NAS ist ein kleiner Server, der in Ihrem Büro steht und Ihre Dateien zentral speichert. Alle berechtigten Mitarbeitenden greifen über das Netzwerk darauf zu — vom Schreibtisch, aus dem Homeoffice oder von unterwegs. Im Grunde ist ein NAS Ihre eigene private Cloud, nur dass die Daten bei Ihnen bleiben und nicht auf den Servern eines fremden Anbieters liegen.
Das Gerät selbst ist nicht größer als ein Schuhkarton. In ihm stecken Festplatten, ein kleiner Prozessor und ein Betriebssystem, das sich über den Browser bedienen lässt. Sie brauchen keinen Bildschirm, keine Tastatur und kein Informatikstudium.
Nicht jedes Unternehmen braucht ein NAS — aber für die meisten kleinen und mittleren Betriebe löst es gleich mehrere Probleme auf einmal.
Zentrale Dateiablage.
Schluss mit Dateien auf dem Desktop, auf USB-Sticks oder im E-Mail-Postfach. Alle Dokumente liegen an einem Ort, in einer sauberen Ordnerstruktur. Jeder weiß, wo die aktuelle Version liegt.
Automatisches Backup.
Ein NAS sichert Ihre Daten regelmäßig und automatisch — auf eine zweite Festplatte im Gerät, auf eine externe Platte oder verschlüsselt in ein Rechenzentrum. Sie müssen nicht daran denken.
Fernzugriff ohne Cloud-Abo.
Mit einer VPN-Verbindung oder einer Synchronisations-App wie Synology Drive greifen Ihre Mitarbeitenden von überall auf die Firmendaten zu. Funktioniert wie Dropbox, aber die Daten bleiben bei Ihnen.
DSGVO-Konformität.
Ihre Daten liegen auf Ihrer eigenen Hardware, in Ihren Räumen, unter deutschem Recht. Kein Zugriff durch US-Behörden, keine Abhängigkeit von den Datenschutzvereinbarungen eines Cloud-Anbieters.
Kostenersparnis gegenüber Cloud-Abos.
Ein NAS kaufen Sie einmal. Es gibt keine monatliche Gebühr pro Nutzer, kein Speicherlimit, das sich nur gegen Aufpreis erweitern lässt. Nach zwei bis drei Jahren hat sich die Investition gegenüber vergleichbaren Cloud-Lösungen amortisiert.
Drei Wege, Unternehmensdaten zu speichern — jeder mit eigenen Stärken und Schwächen.
| Kriterium | Eigenes NAS | Cloud (z. B. Microsoft 365) | Managed Server (Rechenzentrum) |
|---|---|---|---|
| Datenstandort | Bei Ihnen im Büro | Server des Anbieters (oft USA) | Deutsches Rechenzentrum |
| Monatliche Kosten | Keine (nur Strom, ca. 8–15 €) | Pro Nutzer, steigend | Fixkosten, abhängig vom Paket |
| Einmalige Kosten | Hardware + Einrichtung | Keine | Einrichtungsgebühr |
| DSGVO-Kontrolle | Voll | Eingeschränkt | Vertragsabhängig |
| Geschwindigkeit im Büro | Sehr schnell (LAN) | Abhängig von Internetleitung | Abhängig von Internetleitung |
| Fernzugriff | Ja (VPN / Sync-App) | Ja (nativ) | Ja (nativ) |
| Ausfallsicherheit | Abhängig von Backup-Konzept | Hoch (Anbieter-Infrastruktur) | Hoch |
| Skalierbarkeit | Begrenzt (Festplatteneinschübe) | Nahezu unbegrenzt | Flexibel |
Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen mit 3 bis 30 Mitarbeitenden ist ein eigenes NAS der beste Kompromiss aus Kosten, Kontrolle und Komfort. Wenn Sie eine Internetleitung mit weniger als 50 Mbit/s Upload haben oder mehr als 50 Mitarbeitende gleichzeitig auf große Dateien zugreifen, kann ein Managed Server im Rechenzentrum die bessere Wahl sein. Reine Cloud-Lösungen eignen sich vor allem dann, wenn Sie bewusst keine eigene Hardware betreiben möchten und die DSGVO-Frage vertraglich geregelt haben.
Bevor Sie ein NAS kaufen, sollten Sie fünf Fragen beantworten können. Nicht, weil die Technik kompliziert ist — sondern weil die richtige Antwort darüber entscheidet, ob Sie in zwei Jahren zufrieden sind oder erneut investieren müssen.
1. Wie viel Speicher brauchen Sie — und wie schnell wächst der Bedarf?
Zählen Sie nicht nur Ihre aktuellen Daten. Rechnen Sie mit 20–30 % Wachstum pro Jahr. Wenn Sie heute 2 TB haben, sollten Sie ein System wählen, das mindestens 8 TB bereitstellen kann, mit der Option, weitere Festplatten nachzurüsten.
2. Wie viele Nutzer greifen gleichzeitig zu?
Für 1–5 Nutzer reicht ein 2-Bay-NAS (zwei Festplatteneinschübe). Ab 10 Nutzern mit gleichzeitigem Zugriff auf große Dateien sollte es ein 4-Bay oder 5-Bay-Modell mit mehr Arbeitsspeicher sein.
3. Brauchen Sie Fernzugriff?
Wenn Mitarbeitende von zu Hause oder unterwegs arbeiten, muss das NAS per VPN oder Sync-App erreichbar sein. Das beeinflusst die Konfiguration und stellt Anforderungen an Ihren Router und Ihre Internetleitung.
4. Welche Software nutzen Sie bereits?
Branchensoftware, Buchhaltungsprogramme und ERP-Systeme speichern Daten auf unterschiedliche Weise. Manche lassen sich direkt auf ein NAS-Netzlaufwerk umleiten, andere brauchen eine Datenbank, die separat läuft. Das klären wir vor dem Kauf, nicht danach.
5. Wer richtet das System ein?
Ein NAS aus dem Karton nehmen und einschalten kann jeder. Eine saubere Konfiguration mit Zugriffsrechten, automatischem Backup, Sicherheitshärtung und Fernzugriff erfordert Erfahrung. Wenn Sie sich nicht sicher sind, lassen Sie die Einrichtung von jemandem machen, der es regelmäßig tut.
Ein NAS ist so sicher, wie es konfiguriert ist. Ab Werk sind Synology-Geräte solide abgesichert, aber die Standardeinstellungen reichen für den Unternehmenseinsatz nicht aus. Wir aktivieren die Firewall, erzwingen starke Passwörter, richten Zwei-Faktor-Authentifizierung ein und schließen alle Ports, die nicht gebraucht werden. Ein korrekt konfiguriertes NAS hinter einem aktuellen Router ist für die meisten KMU-Szenarien sicherer als ein Cloud-Konto mit schwachem Passwort.
Die meisten Desktop-Modelle von Synology erzeugen im Betrieb ein leises Summen, vergleichbar mit einem Laptop-Lüfter. Im Büro fällt das kaum auf, im Schlafzimmer schon. Für geräuschsensible Umgebungen gibt es lüfterlose Modelle oder die Möglichkeit, das NAS in einen Nebenraum oder einen belüfteten Schrank zu stellen. Rackmount-Modelle sind lauter und gehören in einen Serverraum oder zumindest in einen geschlossenen Schrank.
Wenn Ihr NAS mit RAID konfiguriert ist (und das sollte es sein), kann eine Festplatte ausfallen, ohne dass Daten verloren gehen. Das System meldet den Ausfall per E-Mail oder Push-Nachricht. Sie tauschen die defekte Platte gegen eine neue — das NAS baut den Datenbestand automatisch wieder auf. Während der Wiederherstellung ist das Gerät weiterhin nutzbar. Deshalb ist RAID aber kein Ersatz für ein Backup: Bei zwei gleichzeitigen Ausfällen oder bei Ransomware hilft nur eine externe Sicherung.
Ja, unbedingt. Ein NAS ist kein Backup — es ist ein Speicherort. Wenn das Gerät gestohlen wird, abbrennt oder von Ransomware verschlüsselt wird, sind alle Daten weg, sofern sie nicht zusätzlich gesichert sind. Wir richten für jedes NAS eine Backup-Strategie nach dem 3-2-1-Prinzip ein: drei Kopien, auf zwei verschiedenen Medien, davon eine außer Haus. Das klingt aufwendig, läuft aber nach der Einrichtung vollautomatisch.
Sie beschreiben Ihre Situation, wir sagen ehrlich, ob und wie wir helfen können.
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